Google’s Sprachvisionen

Sebastian | Dienstag, 9. Februar 2010 |

Ein Blick in die Glaskugel von Google – Übersetzung von Sprachen

Der federführende Entwickler von Android bietet ja bereits heute seine Sprachtools zum Übersetzen von Texten und sogar ganzen Webseiten an. Aktuell können somit 52 Sprachen übersetzt werden. Zuletzt wurde das Haitianische Kreol hinzugefügt. In einer frühen Entwicklerversion des Browsers Chrome Version 5 ist bereits eine Funktion integriert, um Webseiten automatisch zu übersetzen. Immer dann wenn man eine Webseite ansurft, die nicht in der eigenen Mutter- bzw. Systemsprache geschrieben ist, bietet ein kleiner Hinweis im Browser eine Übersetzung der Seite an.

Solch eine Funktion könnte in Chrome 5 also schon bald Realität werden. Aber das Fernziel ist ein ganz anderes und nochmals wesentlich anspruchsvoller. Vor Jahren konnte man sich nicht mal vorstellen, dass Webseiten per Mausklick einfach so übersetzt werden (die Qualität muss sicher noch gesteigert werden), doch nun plant Google den nächsten Schritt – Simultanübersetzung wie ein menschlicher Dolmetscher. So könnte es sein, dass euer Android Smartphone irgendwann in der Lage ist euren fremdsprachigen Gesprächspartner direkt zu übersetzen. Eine herausragende Vision.

Franz Och ist Leiter der Google Übersetzungs-Abteilung und äußerte sich gegenüber der Sunday Times zu diesem Thema. Er glaube das Simultanübersetzungen in ein paar Jahren möglich sind. Im Nexus One ist bereits eine Spracherkennung für die englische Sprache integriert und scheint recht zuverlässig zu funktionieren. So können z. B. E-Mails, SMS oder Befehle diktiert werden und das Smartphone setzt es dann in Text bzw. Aktionen um.

Dieses fortgeschrittene Wissen zum Thema Spracherkennung muss mit einer hoch zuverlässigen maschinellen Übersetzung kombiniert werden. Eine Verknüpfung der beiden Techniken, der Spracherkennung bzw. maschinellen Übersetzung, kann somit zum Simultanübersetzen führen.

Ein Blick in die Glaskugel von Google

Google's Übersetzungs-Abteilung wagt einen Blick in die Glaskugel

Schon heute trainieren sich Programme die speziellen Eigenheiten des Sprechers an. So werden die unterschiedlichen Aussprachen oder Betonungen der menschlichen Stimme mit der Zeit besser erkannt. Durch die tägliche Nutzung eines Mobiltelefons, könnte so die Dauer verkürzt und Präzision der antrainierten Spracherkennung verbessert werden.

Der Sprachwissenschaftlicher David Crystal, er wird ebenfalls im Sunday Times Artikel zitiert, ist schon etwas skeptischer als der leitende Angestellte von Google. Er sieht noch keine Möglichkeit die vielen Sprachakzente umzusetzen. Ein Hauptproblem sieht er in den vielen Dialekten.

Fest steht wohl, wenn’s einer kann dann eine Firma wie Google. Solche formulierten Visionen machten Google zu dem Unternehmen das es heute ist. Niemand konnte sich vorstellen, dass eine Firma das komplette Internet in einem Katalog abbilden kann oder ganze Länder per Google Street View abfotografiert.

Das Zukunftsziel einen Gesprächspartner anrufen zu können, ohne dass man dessen Sprache nur im Ansatz beherrscht ist sehr ambitioniert. Ist es somit irgendwann überhaupt nicht mehr notwendig eine fremde Sprache zu lernen? Wer weiß?!

Aber bitte jetzt fleißig weiter Vokabeln und Grammatik pauken. Diese Vision wird sicherlich noch einige Jahre auf ihre endgültige Umsetzung warten müssen. Außerdem macht das Erlernen einer fremden Sprache, die man unbedingt beherrschen will, doch auch Spaß.

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