Google reagiert auf zunehmende Zersplitterung von Android

Sebastian | Dienstag, 30. März 2010 |

Android Froyo soll mit Fragmentierung Schluss machen

Wie in einem älteren Blog Post bereits thematisiert, steht Android vor einer Herausforderung – der zunehmenden Fragmentierung. Aktuell sind Android Nutzer mit den Versionen 1.5, 1.6, 2.0 und 2.1 auf ihren Endgeräten unterwegs. Nun will Google diesem Treiben ein Ende bereiten.

Handyindustrie und Netzbetreiber reagieren zu langsam

Updates für Android stehen nach dem Release einer neuen Version im Prinzip zur Verfügung, doch das Customizing, also das Anpassen der Benutzeroberfläche, Menüführung, Branding mit der eigenen Marke, etc., nimmt für die Hersteller und Netzbetreiber viel Zeit in Anspruch. Die Folge liegt auf der Hand: Viele Android Nutzer müssen auf Updates teilweise wochen- und monatelang warten. Ein Umstand der in der Android Szene schon länger diskutiert wird und wohl nicht länger hingenommen werden kann. Die Handyindustrie kommt mit den Updates für Bestandskunden einfach nicht nach.

Lösung: Auslagerung auf den Market

In den kommenden Android Versionen Froyo und Gingerbread wird nun eine Lösung für dieses Problem implementiert. Standard Apps und sogar Komponenten sollen mehr und mehr über den Android Market aktualisierbar sein. Dies bedeutet, dass auch Kernfunktionen, wie z. B. neue virtuelle Tastaturen, direkt auf den aktuellen Stand gehalten werden können. Es müsste somit niemand mehr auf HTC, Samsung, Motorola und Co. warten, um zum Beispiel den aktuellen Android Browser herunterladen zu können, nur weil die Hersteller wochenlang mit Updates zögern oder der Netzbetreiber noch keine Freigabe erteilt hat. Somit dürften in Zukunft viele, vor allem für den User wichtige, Funktionen problemlos updatebar sein.

Ein gutes Beispiel ist bereits heute ist Google Maps. Über den Android Market, kann sich jeder Android Nutzer, die aktuelle Version der Standard-Kartenanwendung herunterladen.

Mehr Konzentration auf Apps und Features

Das atemberaubende Tempo, welches Google zuweilen an den Tag gelegt hat, um neue Android Kern-Versionen auf den Markt zu bringen, soll ebenfalls gedrosselt werden. Man möchte sich wohl verstärkt auf Apps und neue Features konzentrieren. Android hat für Entwickler mittlerweile eine gewisse Reife erreicht. Die wichtigsten APIs sind definiert.

Insgesamt ist die Änderung der Google Strategie als mittel- bis langfristig anzusehen. Der gesamte Prozess soll sich über die nächsten beiden neuen Android Versionen Froyo und Gingerbread hinziehen. Falls der Plan aufgeht, ist es sicherlich eine gute Lösung. Google wird somit jedenfalls einige Bestandskunden zufriedener machen. Gleichzeitig aber auch Neukunden ansprechen. Die vielen Android Versionen auf dem Markt, wirken für Handynutzer, die Android noch nicht verwenden, bestimmt etwas verwirrend.

Quelle: engadget.com

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