Neuigkeiten zum WeTab auf dem Linuxtag

Sebastian | Dienstag, 15. Juni 2010 |

Werbung auf dem Desktop

Wie mobicroco.de berichtet, wird Werbung ein fester Bestandteil des WeTab Konzepts werden. So können auf dem Desktop platzierte Widgets, in denen Werbung eingeblendet wird, nicht entfernt werden. Lediglich ein Verschieben der Werbeanzeigen soll möglich sein.

Helmut Hoffer von Ankershoffen (Geschäftsführer von Neofonie, dem WeTab Entwickler) gab bekannt, dass Werbung ein fester Bestandteil des Finanzierungskonzepts des WeTab sein wird. Leistet die Werbung damit einen Beitrag zur Finanzierung der Hardware an sich oder zum Content, der dann evtl. kostengünstiger oder kostenfrei wird? Auf jeden Fall wird Werbung in Widgets (in mindestens einem Widget, evtl. kommen aber mehrere zum Einsatz?) standardmäßig eingeblendet.

An sich ist meiner Meinung nach dagegen nichts zu sagen. Man zahlt zwar 450 – 570 Euro für ein Gerät, doch völlig werbefrei wird man ein Gesamtkonzept (nicht nur die Hardware) schwer finanzieren können. User sind es gewohnt im Internet für Inhalte nichts zu bezahlen. Verlage tun sich in Zukunft wahrscheinlich immer noch schwer Abo Modelle für Inhalte zu verkaufen. Werbung ist im Internet quasi überall zu finden, auch hier bei uns.

Wem das alles aber überhaupt nicht passt, kann auf dem WeTab in einen “Experten Modus” wechseln. Dieser ist für versierte Nutzer gedacht, um direkten Root Zugriff zu bekommen. Somit ließe sich zum Beispiel nicht nur Werbung entfernen, sondern das komplette Betriebssystem wechseln.

Vorinstallierte Apps

Neben einem guten Bericht zum WeTab hat tblt.de auch schöne Hands-On Videos angefertigt. Diese könnt ihr euch weiter unten ansehen.

Zu den vorinstallierten Apps zählen:

  • Thunderbird für E-Mails
  • VLC Player für Videos
  • Open Office für Büroanwendungen
  • ein Musikplayer
  • ein E-Book Reader
  • PDF Reader
  • WeMagazine – eine eigene und offene Plattform für Verlage von Neofonie

Der vorinstallierte Browser wird Flash unterstützen und die WeFind Suchmaschine nutzen. Diese ist ebenfalls ein Projekt von Neofonie.

Des Weiteren unterstützt das WeTab bekanntlich Java, Android, Linux Apps und Adobe AIR. Alle verfügbaren Apps werden in einem WeTab Store zusammengefasst.

Hier nun die beiden Hands-On Videos von tblt.de, gedreht auf dem Linuxtag 2010 in Berlin:

Ab 1:35 Minuten wird das Thema Werbung diskutiert.

An der Veröffentlichung im September scheint sich aktuell nichts zu ändern. Zudem sollen die ersten Geräte, mit der finalen Spezifikation, an Tester, im Juli ausgeliefert werden.

Das WeTab ohne Mobilfunknetzanbindung (nur mit WLAN) kann bei Amazon für 449,- Euro vorbestellt werden. Die Variante für 3G Netze kostet 569,- Euro.

Was meint ihr zum Thema Werbung auf dem WeTab? Laut einigen Kommentaren auf Blogs ist es ein “No-go” für manchen Interessenten. Auch Apple steigt verstärkt in den Werbemarkt mit den iAds ein um passende Werbung für iPhone und iPad zu schalten. Das WeTab versteht sich als Gesamtkonzept, aus einer Kombination von Hardware und Content für das Endgerät, ähnlich dem iPad. Solange es zur Finanzierung notwendig ist, der User passende Werbung bekommt und Werbeeinblendungen nicht ständig über den kompletten Bildschirm flackern ist es für mich eigentlich in Ordnung.

15 Kommentare to “Neuigkeiten zum WeTab auf dem Linuxtag”

  1. gordon sagt:

    Auch für mich ist das ein “no-go”.
    Wenn ich für so ein Teil bezahle, dann will ich keine Werbung sehen. Egal ob ich sie im Expertenmodus ausschalten kann.
    Wenn ich mich gängeln lassen will, dann kaufe ich ein iPad.
    Meiner Meinung nach, hat sich Neofonie damit direkt ins Abseits katapultiert und wird keinen Erfolg mit dem WeTab haben. R.I.P.

  2. omas360 sagt:

    Biher war es allerdings so, dass ich Werbung dann zu akzeptieren hatte, wenn ich auf der anderen Seite etwas anderen – Hardware, Content – stark vergünstigt oder gar für lau bekomme. Bei Apple ist das auch so. iAd ist soweit ich informiert bin die Möglichkeit Apps (!) günstig oder kostenlos anzubieten und über damit eingebundene Werbung zu finanzieren. Nun frage ich mich allerdings bei nur maginal niedrigeren Hardwarekosten für das WeTab gegenüber der aktuellen Mitbewerber und einer bislang noch eher rudimetären Funktionalität (da is quasi noch gar nix!) was rechtfertigt da Werbebung auf dem objektiv minderwertigen Gerät?

  3. Helmut Zacher sagt:

    Wie kann man solche eine Unverschämtheit nur Schönreden???

    Sebastian: Das hier als akzeptabel zu bezeichnen ist eine Dreistigkeit sondersgleichen. Ein minderwertiges Gerät mit schlechtem TN-Display wie man auf den Linux-Tagen sehen konnte und miesem Akku zu einem Preis von eur 500,- und dann mit Zwangswerbung, von der keiner etwas wusste????

    Das ist Beschiss und sonst nix!

    • Sebastian sagt:

      Man sollte hier abwarten wie es umgesetzt wird. Es wird ja schließlich keine Werbung über den kompletten Bildschirm zu sehen sein. Es sind wohl mehr kleine Image Ads, die an den Seiten platziert werden können. Vielleicht auch sogar nur ein einziges auf dem kompletten Desktop, welches man durch scrollen dann sowieso nicht mehr sieht.

      Die Verlage suchen Mittel und Wege ihre Online Auftritte profitabel zu machen. Keiner kann von uns jetzt genau sagen wie es im Endeffekt aussehen wird. Sollten dadurch gewisse Inhalte kostenfrei bleiben, die ansonsten bezahlt werden müssten, ist es für den Nutzer vielleicht ein akzeptabler Kompromiss.

      Werbung muss smart eingesetzt werden und nicht nerven, das ist sicherlich klar.
      Ich möchte hier nichts künstlich und absichtlich schön reden. Es stellt lediglich meine Meinung dar. Ein schönes Beispiel ist hier bild.de – es war erstaunlich anzusehen, wie dort das Werbeaufkommen immer mehr gestiegen ist. Keiner bezahlt dort für Inhalte, also muss Werbung einen Ausgleich schaffen.
      Der Springer Verlag nimmt auch Restriktionen für seine Apps in Kauf um den Vertriebskanal iPad nutzen zu dürfen. Dann zahlt der Kunde einen monatlichen Beitrag und die Werbung wird reduziert.

      Es gibt eben den kostenlosen, dafür “werbegefüllten” Weg und den Weg des fixen Beitrags für Inhalte (sei es pro Beitrag oder monatliche Pauschalen) ohne Werbung (oder zumindest eingeschränktes Werbeaufkommen).

      Für das WeTab gibt es Kooperationen mit einigen Verlagen, deshalb gilt es wirklich abzuwarten, welche Inhalte evtl. weiterhin kostenfrei, dafür aber mit Werbung, angesehen werden können. Vielleicht bekommen WeTab Nutzer spezielle Inhalte kostenfrei, für die in Zukunft ansonsten bezahlt werden muss. Falls nichts dergleichen geschieht und der Nutzer mit Werbung zugeballert wird, ohne das Gefühl zu haben dafür eine Gegenleistung zu bekommen, wird Neofonie das schnell merken – und zwar an den Verkaufszahlen für das WeTab.

      Alle gezeigten Geräte entsprachen noch nicht der endgültigen Version des WeTabs.

      Warten wir doch einfach mal ab was noch kommt. Dann bildet sich jeder seine subjektive Meinung. Das Konzept hinter dem WeTab scheint mir trotz aller Startschwierigkeiten immer noch interessant zu sein.

      • omas360 sagt:

        Sehr richtig kostenlos/reduziert -> ‘mit Werbung’; Vollpreis -> ‘keine Werbung’.
        Das WeTab kommt zum Vollpreis also was soll die Werbung, oder hab ich hier was übersehen?

        • Sebastian sagt:

          Wer kennt von uns schon die Kalkulation von Neofonie. Vielleicht müsste das WeTab einige Euros teurer sein, falls keine Werbung eingeblendet wird.
          Wie einigen Kommentaren auf der WeTab Facebook Seite zu entnehmen ist, scheint das kleine Werbewidget unterzugehen bei den vielen Widgets, Icons, usw. auf dem Display. Man kann es wohl vernachlässigen.

          Das genaue Vertriebsmodell ist ja auch noch nicht ganz raus (außer Direktverkauf bei Amazon und Co.). Spiegel, Stern und andere Zeitschriftenformate werden wohl Pakete aus Jahresabos + vergünstigtes WeTab anbieten. Wie diese Konditionen dann aussehen wird man auch erst abwarten müssen.

    • Rene sagt:

      “Das ist Beschiss und sonst nix!”

      So so. Das marktreife Gerät war bislang gar nicht zusehen, kommt im gleichen Video. Ich bin also immer wieder erstaunt wie sich manche Menschen zu Aussagen hinreissen lassen, die von nichts untermauert sind.

      Zudem, es ist niemand zum Kauf gezwungen. Von Beschiss kann also keine Rede sein. Und wenn man bedenkt das beim momentan einzigen Endkunden Tablet die Software nur gefoltert beim Hauseigenen Store bekommen sind und auch sonstige Freiheiten mehr als eingeschränkt sind, ist ein Werbe Wiget zu verschmerzen, zumal das kurz nach dem Marktstart von den üblichen Verdächtigen schnell ins Jenseits gejagt wird.

      Also mal locker durch die Hose atmen, sacht mein Kumpel immer. Und zur Not, der ExoPC wird auch immer interessanter. ;-)

  4. matthias sagt:

    Ich kann damit leben, solange das werbe widget (und es nur eins ist) nicht zuviel systemressourcen in anspruch nimmt

  5. Risky sagt:

    Werbung ist auf jeden Fall ein No-Go!
    Auf einem Gerät welches ich zum Vollpreis kaufe erwarte ich mir keine Zwangswerbung.
    der Vergleich mit Apple hinkt: wer das Gerät kauft und nur die mitgelieferte Software nutzt, wird ausser beim internetsurfen auf keine Werbung stoßen.
    Nur in gratis Apps welche durch Werbung finanziert werden gibt es dann die iAds. Hier ist der Deal klar: gratis App, dafür Werbung.
    Aber wieder zurück zu weTab: Auch die Art wie das nebenbei erwähnt wird ist nicht akzeptabel. Davon war noch nie die Rede. Daher trauen sich die Verantwortlichen wohl auch nicht mehr auf die Facebook Seite.

  6. omas360 sagt:

    Nun Neofonie wirbt selber für das WeTab mit

    “Das WeTab ist ein Tablet Computer der neuesten Generation.”

    Da die Technik – abgesehen davon, dass sie noch gar nicht richtig läuft – eher schon gut etabliert ist (halt Netbook-Technik), ist ‘der Kunde bezahlt auch noch für Werbung’ vielleicht das ‘neueste Generation’?

  7. Rene sagt:

    sorry, aber das is dummes zeug. wenn die technik so etabliert wär, würden wir nicht mehr diskutieren sondern kaufen was am markt ist. da gibts aber nichts.

  8. Robin sagt:

    Werbung hin oder her.

    Auch hierfür wird es früher oder späther eine Lösung zum Download i Internet geben. Seht dochbos mal was mit dem IPhone los ist. Es gibt für alles eine “Lösung” die einem passt, und wenn man sie selber erstellen muss. Also abwarten, keine Panik irgendwann ist das Dink ganz offen.

  9. [...] der ursprünglichen Planung wird das WeTab nun doch ohne “Zwangswerbung” verfügbar sein. Ab Werk wird zwar ein [...]

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