Was viele an Smartphones, im Vergleich zu einem Desktop PC oder Notebook, noch vermisst haben ist sicherlich Flash. Auf dem Mobile World Congress stellte Google nun erstmals offiziell ein Demo dieser Flash Integrierung bei Android vor. In dem Video ist zu sehen wie Flash auf einem Nexus One läuft. Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Apple gab’s auch noch. Im Video wird die Webseite der New York Times geöffnet, inkl. Flash Inhalt. Genau das gleiche tat auch Steve Jobs bei der Präsentation des Apple iPad, aber eben ohne Flash. Flash wird ja bekanntlich nicht auf dem iPad oder iPhone laufen.
Der federführende Entwickler von Android bietet ja bereits heute seine Sprachtools zum Übersetzen von Texten und sogar ganzen Webseiten an. Aktuell können somit 52 Sprachen übersetzt werden. Zuletzt wurde das Haitianische Kreol hinzugefügt. In einer frühen Entwicklerversion des Browsers Chrome Version 5 ist bereits eine Funktion integriert, um Webseiten automatisch zu übersetzen. Immer dann wenn man eine Webseite ansurft, die nicht in der eigenen Mutter- bzw. Systemsprache geschrieben ist, bietet ein kleiner Hinweis im Browser eine Übersetzung der Seite an.
Solch eine Funktion könnte in Chrome 5 also schon bald Realität werden. Aber das Fernziel ist ein ganz anderes und nochmals wesentlich anspruchsvoller. Vor Jahren konnte man sich nicht mal vorstellen, dass Webseiten per Mausklick einfach so übersetzt werden (die Qualität muss sicher noch gesteigert werden), doch nun plant Google den nächsten Schritt – Simultanübersetzung wie ein menschlicher Dolmetscher. So könnte es sein, dass euer Android Smartphone irgendwann in der Lage ist euren fremdsprachigen Gesprächspartner direkt zu übersetzen. Eine herausragende Vision.
Franz Och ist Leiter der Google Übersetzungs-Abteilung und äußerte sich gegenüber der Sunday Times zu diesem Thema. Er glaube das Simultanübersetzungen in ein paar Jahren möglich sind. Im Nexus One ist bereits eine Spracherkennung für die englische Sprache integriert und scheint recht zuverlässig zu funktionieren. So können z. B. E-Mails, SMS oder Befehle diktiert werden und das Smartphone setzt es dann in Text bzw. Aktionen um.
Dieses fortgeschrittene Wissen zum Thema Spracherkennung muss mit einer hoch zuverlässigen maschinellen Übersetzung kombiniert werden. Eine Verknüpfung der beiden Techniken, der Spracherkennung bzw. maschinellen Übersetzung, kann somit zum Simultanübersetzen führen.

Google's Übersetzungs-Abteilung wagt einen Blick in die Glaskugel
Schon heute trainieren sich Programme die speziellen Eigenheiten des Sprechers an. So werden die unterschiedlichen Aussprachen oder Betonungen der menschlichen Stimme mit der Zeit besser erkannt. Durch die tägliche Nutzung eines Mobiltelefons, könnte so die Dauer verkürzt und Präzision der antrainierten Spracherkennung verbessert werden.
Der Sprachwissenschaftlicher David Crystal, er wird ebenfalls im Sunday Times Artikel zitiert, ist schon etwas skeptischer als der leitende Angestellte von Google. Er sieht noch keine Möglichkeit die vielen Sprachakzente umzusetzen. Ein Hauptproblem sieht er in den vielen Dialekten.
Fest steht wohl, wenn’s einer kann dann eine Firma wie Google. Solche formulierten Visionen machten Google zu dem Unternehmen das es heute ist. Niemand konnte sich vorstellen, dass eine Firma das komplette Internet in einem Katalog abbilden kann oder ganze Länder per Google Street View abfotografiert.
Das Zukunftsziel einen Gesprächspartner anrufen zu können, ohne dass man dessen Sprache nur im Ansatz beherrscht ist sehr ambitioniert. Ist es somit irgendwann überhaupt nicht mehr notwendig eine fremde Sprache zu lernen? Wer weiß?!
Aber bitte jetzt fleißig weiter Vokabeln und Grammatik pauken. Diese Vision wird sicherlich noch einige Jahre auf ihre endgültige Umsetzung warten müssen. Außerdem macht das Erlernen einer fremden Sprache, die man unbedingt beherrschen will, doch auch Spaß.
Diese oben genannten Zitate stammen von Steve Jobs. Er stellte sich traditionsgemäß den Fragen der Mitarbeiter auf einer Versammlung, nach der Vorstellung einer Produktneuheit. Bei genau dieser äußerte er sich auch zum “Neu-Rivalen” Google. Früher waren beide Firmen ja eher für ihre harmonische Beziehung zueinander bekannt.
Inzwischen hat sich das Blatt ja ein wenig gewendet und Google steigt mit dem Nexus One in das Mobilfunkgeschäft ein. Ein Frontalangriff auf das iPhone. Jobs bezeichnet Google als den Aggressor, der in das jeweilige Geschäftsfeld des früheren Verbündeten eingestiegen ist.
Nicht wir sind ins Such-Geschäft eingestiegen, sondern sie ins Telefon-Geschäft. Sie wollen das iPhone zerstören, macht Euch da keine Illusionen. Aber wir werden das nicht zulassen. Deren Motto »Don’t be Evil« ist Bullshit.
Nun ja soweit die Aussagen von Steve Jobs. Bekanntlich belebt Konkurrenz ja das Geschäft und am Ende sollten vor allem die Kunden profitieren. Einmal mit besser ausgestatteter Hardware sowie auch sicherlich Software. Da Android sehr gute Zukunftsaussichten hat, muss sich auch Apple Gedanken machen wie sie in Zukunft noch bessere Produkte herstellen, evtl. Preise senken, da Android Geräte oftmals deutlich günstiger zu haben sind und somit neue Käuferschichten ansprechen.
Verständlich somit auch die Aussage, dass das nächste iPhone ein “A+” Update sein wird und somit Googles Android Handy in den Schatten stellen soll. Offensichtlich hat Apple ganz klar die Android Geräte, speziell die von Google im Eigenvertrieb verkauften, als neuen Hauptkonkurrenten ausgemacht. Wir werden sehen was die Zukunft bringt, sicherlich gibt es weitere gegenseitige Kampfansagen der Konzerne. Auch wenn das Google Nexus One momentan noch kein “iPhone Killer” ist, dieses Wort ist zurzeit ja in aller Munde, wird es dem iPhone beachtliche Marktanteile abjagen.
Den Kunden wird’s am Ende freuen, so viel ist sicher.
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